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Was ist Mikrographisch Kontrollierte Chirurgie? |
Dieses Verfahren
wurde in den 50er Jahren in den USA entwickelt und ist dort seit den
70er Jahren weit verbreitet. Die Mikrographisch Kontrollierte Chirurgie
gilt als beste Operationsmethode für die Therapie bestimmter Krebsformen
und ist anderen Verfahren in vielen Fällen überlegen. Der Hauptunterschied
zu anderen Methoden, Hautkrebs zu entfernen, liegt in der mikroskopischen,
also feingeweblichen Untersuchung des Gewebes während des Eingriffes.
Das
Verfahren eignet sich zur Behandlung bestimmter Arten des Basalioms und
Plattenepithelkarzinoms. Zur Therapie des schwarzen Hautkrebses (Malignes
Melanom) findet es keine Verwendung.
Der Hautchirurg
kann mit dieser Methode das entfernte Gewebe so markieren, daß die
Position in der Wunde genau identifiziert werden kann. So können
bei der Untersuchung unter dem Mikroskop restliche Tumorzellen genau lokalisiert
werden. Solange noch Tumorzellen erkannt werden, können weitere Gewebeschichten
daher gezielt nur aus dem betroffenen Bereich entfernt werden. Dadurch
werden gesunde Hautpartien so weit wie möglich geschont.
Mit der
Untersuchung der gesamten Tumorumgebung anstelle der sonst üblichen stichprobenartigen
Untersuchung kann man mit großer Sicherheit sagen, daß keine
Tumorzellen mehr im Körper verbleiben, die Wunde dabei aber so klein
wie nur irgend möglich halten.
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Wann wird die Mikrographisch Kontrollierte Chirurgie eingesetzt? |
Die Mikrographisch
Kontrollierte Chirurgie wird besonders im Gesicht zur Behandlung des
Basalioms und des Plattenepithelkarzinoms eingesetzt, da sie alle Tumorzellen
beseitigen kann, dabei aber die umliegende, nicht betroffene Haut schont,
die Operation also möglichst klein hält. Dies ist insbesondere in der Nähe
von Augen, Ohren, Nase und Lippen wichtig, um die Funktion dieser Organe
und deren ästhetische Erscheinung nicht zu beeinträchtigen.
Da
sich diese Tumoren mit Zellnestern oder -strängen jenseits der mit dem Auge sichtbaren
Grenzen in nicht vorhersehbarer Richtung ausbreiten können, kann
nur durch den Einsatz eines Mikroskops die eigentliche Ausdehnung festgestellt
werden. Dies erlaubt eine hohe Präzision, sodaß sogar bei Tumorrückfällen
eine Heilungsrate von bis zu 98 % erreicht wird.
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Vorteile der Mikrographisch
Kontrollierten Chirurgie |
- Es werden höhere Heilungsraten
als mit anderen Methoden erreicht (bis 98%).
- Die Wunde kann so klein
wie möglich gehalten werden. Das verbessert die Chancen für
ein kosmetisch gutes Ergebnis, besonders bei Tumoren im Gesicht.
- Die Methode wird vollkommen
ambulant, im Allgemeinen während eines Tages durchgeführt.
Mehrere Krankenhausbesuche oder stationäre Aufenthalte sind nicht
erforderlich.
- Die Methode ist trotz technischen
und personellen Aufwandes vergleichsweise kostengünstig, da weniger
Tumoren wiederauftreten und erneut behandelt werden müssen.
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Vor, während und nach
der Operation |
Die Therapie von
Hautkrebs findet im allgemeinen ambulant unter lokaler Betäubung
statt. Die Mikrographisch Kontrollierte Chirurgie beginnt am Morgen und
wird während des selben Tages zu Ende geführt, falls es sich
nicht um einen außergewöhnlich großen Tumor handelt.
Das
in mehreren Schritten entnommene Gewebe wird in einem aufwendigen Verfahren
im Labor bearbeitet und mikroskopisch untersucht. Während dieser Untersuchungsphasen
wird ein vorübergehender Verband angelegt, der Patient nimmt im Wartezimmer
Platz. Nach Beseitigung aller Tumorzellen werden die Möglichkeiten
von Wundheilung oder Wundverschluß besprochen.
Auch nach einer
solchen Operation sind regelmäßige Kontrollen Ihrer Haut bei
Ihrem Hautarzt empfehlenswert, da die Wahrscheinlichkeit, einen weiteren
Hautkrebs an anderer Stelle zu entwickeln bis zu 25% betragen kann.
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Wer führt die Mikrographisch
Kontrollierte Chirurgie durch? |
Diese spezialisierte
Form der Chirurgie erfordert eine spezielle Ausbildung, die in Deutschland
bisher nicht angeboten wird. Anerkannte Fortbildungen gibt es bislang
nur in den USA. Dort werden in einem einjährigen intensiven Ausbildungsgang
alle Aspekte dieser Behandlungsform gelehrt, können ausgiebig operative
Erfahrungen gesammelt werden. Bestandteil der Ausbildung ist neben der
operativen Versorgung, die plastisch-chirurgische Techniken einschließt,
die mikroskopische Begutachtung der Hauttumoren. Bei ausreichender klinischer
Erfahrung erfolgt als Zeichen der Anerkennung die Aufnahme als Mitglied
in das
American College
of Mohs Micrographic Surgery and Oncology.
Bei einer Variante
dieses Verfahrens, wie sie in einigen dermatologischen Krankenhausabteilungen
in Deutschland durchgeführt wird, erstrecken sich die histologischen
Untersuchungen meist über mehrere Tage, der Patient stellt sich zu
Nachexzisionen und Verbandswechseln mehrfach ambulant vor. Häufig
werden auch stationäre Aufenthalte verfügt.
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